Bericht: Karsten Tischer / insuedthueringen.de, Foto: Karl-Heinz Frank
Die SG Goldlauter beschenkt zum Muttertag alle Frauen mit Gratis-Eintritt zum Kreisoberliga-Derby gegen den FC Zella-Mehlis – und die Gäste obendrein mit einem 2:0. Für Wopper-Trainer Marc Wohlfahrt gibt es hierfür einen entscheidenden Grund.
Abseits des Platzes verhielten sie sich wie Gentlemen, doch auf dem Rasen sind die vielen Undiszipliniertheiten der SG Goldlauter einer der Gründe für den ausbleibenden Derbyerfolg gegen den FC Zella-Mehlis. „Da kann man ja die zwei Mannschaften vergleichen: Bei Zella-Mehlis hat keiner gemeckert. Man hat sich auf den Fußball konzentriert, hat die Disziplin drin gehabt. Wir lassen uns immer wieder durch Kleinigkeiten aus dem Spiel rausbringen. Da sind wir immer noch zu grün hinter den Ohren. Und wenn sich das nicht ändert, werden wir auch nie eine Spitzenmannschaft“, bemerkt Trainer Marc Wohlfahrt nach der vermeidbaren 0:2-Niederlage gegen den Kreisoberliga-Zweiten trocken.
Dabei hatten sich die Wopper am Sonntag (11. Mai) für den Muttertag reichlich Mühe gegeben. Freier Eintritt für alle Frauen und auch die Spieler kamen durchaus der unausgesprochenen Pflicht nach, der eigenen Mama etwas Gutes zu tun. Gleich drei Orchideen habe sie von ihrem Sohn zum Muttertag bekommen, erzählt etwa Dana Brandt, die Mutter von Innenverteidiger Niclas Brandt, in der Halbzeitpause, guter Dinge, dass die Mannschaft ihres Filius den 0:1-Rückstand noch drehen wird.
Doppelpack von Titscher – trotz Allergien
Am mangelnden Offensivdrang hat es zumindest bis dahin nicht gelegen. Goldlauter startet wie ein Rudel junger Hunde mit viel Energie nach vorn. Luca Kühnstein etwa vertanzt sein sehr aussichtsreiches Solo und lässt sich von FC-Keeper Mate Lengyel den Ball schließlich doch noch abnehmen (12.).
Ganz anders der FC Zella-Mehlis. Ruhig und routiniert lauert man auf seine Chance und schlägt dann eiskalt zu – so wie beim 1:0 durch Lukas-Ian Titscher (36.), der es in der Sonne als Allergiker extra schwer hat. Bereits nach 53 Minuten muss er am warmen Sonntag ausgewechselt werden. Bis dahin entscheiden die beiden Tore des 19-Jährigen das Derby in der Wopptei.
Mehr als 210 Zuschauer besuchen das Nachbarschaftsduell am Sonntag.
Das 1:0 bereitet Linksverteidiger Steve Brandl stark über Außen vor, dribbelt an der Grundlinie nach innen, passt ins Zentrum. Hier hat Zella-Mehlis Glück: Der geblockte Ball landet bei Titscher direkt vor den Füßen. Der Rest ist für den Stürmer Formsache.
Das 2:0 in der 51. Minute wird noch kurioser. Ein langer Ball gen Wopper-Strafraum, keine Kommunikation in der Innenverteidigung, Adrian Hellmann läuft Tim Fernholz im Rücken davon, hat den Ball und legt ihn quer für den freien Titscher auf, der auch hier keine große Mühe hat. Wenig später wird er um Luft ringend ausgewechselt.
Goldlauter gelingt danach kein Comeback mehr. Statt kontrolliertem Spielaufbau baut man auf dem Rasen viel langen Hafer an. „Jungs, spielt die Bälle jetzt ruhig raus!“, fordert dann auch Kapitän Jeremy Weisheit. Ändern tut sich wenig. Das Derby läuft weitgehend am Torjäger vorbei. Konstant bleiben einzig die verbalen Auseinandersetzungen. FC-Joker Max Langenhan kann in der 77. Minute per Freistoß sogar noch das 3:0 erzielen, trifft jedoch nur den Innenpfosten.
Stimmen zum Derby
Lukas-Ian Titscher, Zella-Mehlis:
„Ruhig spielen, so wie’s die Coaches auch gesagt haben. Dazu viel Ballbesitz. Man muss einfach die Ruhe haben, dann passiert es vorne von ganz allein. Hauptsache, die Null steht hinten.“
Marc Wohlfahrt, Trainer Goldlauter:
„Mag sein, dass der Schiedsrichter kleinlich pfeift. Aber die Spieler haben sich auf den Fußball zu konzentrieren und nichts anderes. Ansonsten war Zella-Mehlis effektiv, aus dem Nichts raus das 1:0 gemacht. Beim 2:0 pennen wir außen wie innen in der Abwehr. Das nutzt halt so eine Mannschaft aus. Wir hätten noch eine Stunde spielen können und hätten heute kein Tor gemacht.“